Die Amphibienfauna Madagaskars

Das Besondere an den madagassischen Amphibien ist, dass alle ca. 200 hier vorkommenden Froscharten endemisch sind. Nach Einschätzung zweier Kenner der Amphibienwelt Madagaskars, Frank Glaw und Miguel Vences, ist jedoch derzeit die Artenzugehörigkeit von über 150 Fröschen noch nicht bestimmt. Ruderfrösche der Gattung Boophis, Riedfrösche der Gattung Heterixalus und Megalixalus, Echte Frösche der Gattung Nesomantis, Mantellafrösche, Engmaulfrösche der Gattung Scaphiophryne und Kröten bilden unter anderem die Herpetofauna Madagaskars. Die beste Zeit möglichst viele Froscharten kennen zu lernen, ist von Dezember bis März, das heißt während der Regenzeit.

Die Mantellafrösche sind mit den Pfeilgiftfröschen aus Süd- und Zentralamerikas verwandt. Die Mantella-Gruppe stellt die am meisten bedrohte Froschart Madagaskars dar. Vor allem Goldfrösche (Mantella aurantica) und Safrangelb-Mantellafrösche (Mantella crocea) gibt es nur noch wenige. So gibt es z. B. von den Goldfröschen nicht mehr als 2500 Individuen. Die Safrangelb-Mantellafrösche sind nur noch mit einer kleinen Gruppe von 500 Individuen vertreten. Andere Arten dieser Gruppe sind häufiger. Mantella laevigata sieht man oft im Marojejy Nationalpark und auf der Halbinsel Nosy Mangabe, Mantella betsileo ist im Lokobe Naturreservat heimisch und Mantella madagascariensis findet man zwischen den Blättern der Eukalyptusbäume in der Nähe von Vohiparara Ranomafana.

Mit einer Gesamtlänge von 10 bis 12 mm und einem Gewicht von nur 0,2 mg stellt die Art Sumpffia pygmaea den kleinsten Frosch der Welt dar. Diese Art lebt in der Ylang-Ylang-Plantage auf Nosy Be, man findet sie aber auch am Straßenrand oder auf feuchten Waldböden zwischen den Blättern versteckt.

Zu den Tomatenfröschen zählen zwei Arten: Discophus antongilii und Discophus guineti. Während die Art Discophus antongilii im Restbestand von Regenwäldern lebt, begegnet man der Art Discophus guineti tief im Primärwald. Beide Arten gehören zu den größten Fröschen Madagaskars.

Zu den schönsten und buntesten Fröschen Madagaskars sind neben den oben erwähnten Goldfröschen auch die Engmaulfrösche der Gattung Scaphiophryne zu zählen. Besonders attraktiv ist die Art Scaphiophryne gottlebei, die im Gebiet des Isalo-Nationalparks lebt. Leider ist sie wegen ihrer bunten Farbe durch den Amphibienhandel bedroht. So wird dieser Froschart ihre Schönheit zum Verhängnis.

Die Umweltschutzorganisation Pro Wildlife warnt vor einem Ausverkauf des Artenreichtums Madagaskars. Den Handel von bedrohten Amphibien- und Reptilienarten rechtlich zu verbieten, stand bereits 2009 im Tierausschuss des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens zur Diskussion.

Autor: Nary Andriarimalala