die 18 Volksstämme Madagaskars

Die Antankarana, die vom Felsen

sind Nachkommen arabischer Händler, die bereits im 9. Jahrhundert ihren Anker an der Nordostküste Madagaskars auswarfen. Sie gründeten dort einen Handelsstützpunkt. Vohemar oder Iharana war seit diesem Zeitpunkt ein blühendes Handelszentrum.

Bevor die Sakalavas und die Merinas das Antankarana-Land eroberten, war die Region von Sambirano unter der Dynastie der Antandrona. Dem König Kozobe ist es im 17. Jahrhundert gelungen, die Antankarana unter sein Reich zu bringen. Er wurde auf Nosy Komba in der Nähe von Nosy Be beigesetzt.

Eine kulturelle Besonderheit bei den Antakaranas ist das Tsangatsaina. Nachkommen der damaligen Königen üben heute noch im sozialen Leben dieses Volkstammes eine nicht zu unterschätzende Rolle aus. In der Grotte von Ankarana wird alle sieben Jahre eine Zeremonie zur Bekanntmachung bzw. Bestätigung des regierenden Königs abgehalten. Der symbolische Moment der ganzen Zeremonie ist die Aufrichtung der Antankarana, der madagassischen Fahne. Der König, der es nicht schafft, die Fahne aufzurichten darf nicht regieren. Mit diesem alten Brauch wird die Zusammengehörigkeit der Antakarana gepflegt. Ambilobe und Diego Suarez sind heute die größten Städte der Antakaranas

Die Antandroy, die Dornenmänner

Die Antandroy leben im Dornenwald östlich von Fort Dauphin. Vor dem 15. Jahrhundert war das Androy-Land kaum besiedelt. Anfangs lebten in Beloha die Karimbola und in Ambovombe die Mahandrovato. Aus den beiden Kerngruppen entwickelte sich dann der Volksstamm Antandroy.

Durch seine Isolierung von den anderen Volksgruppen erweist sich die gesellschaftliche Struktur und Organisation der Antandroy als ziemlich primitiv. Sie legen viel Wert auf Traditionen. Was die Lebensweise betrifft sind die Antandroys zweifelslos das originellste Volk Madagaskars. Der Einfluss des Christentums auf ihre Sitten und Bräuche ist noch gering. Jedes Kind trägt bei den Antandroys immer noch seine Amulette gegen böse Kräfte und Geister und dort wo ihr Grab „ Kibory“ liegt, muss der Ort sauber gehalten werden. Eine Grabschändung ist bei den Antandroys mit Zebu-Opfergaben zu entschädigen.

Das Beerdigungsritual bei den Antandroys ist streng geregelt. Der Bau eines Grabs darf erst nach dem Tod beginnen. Es kann Monate bis Jahre dauern bis das Grab fertig gebaut wird. Der Leichnam wird in der Zwischenzeit in einer Hütte aufgehoben.

Der Tod einer Person ist bei den Antandroys eine bedeutende soziale Angelegenheit. Die Bewohner aller umliegenden Dörfer kommen, um der Familie des Verstorbenen ihr Beileid auszudrücken. Am Tag der Beerdigung wird im Laufe des Vormittags geweint und nach der Beerdigung wird gefeiert.

Die Antandroys haben ihre eigene Musik, die „Beko“ heißt. Beko gehört zu den authentischen kulturellen Erben Madagaskars. Die Melodie der Antandroys-Lieder weist eine akustische Originalität auf, die sowohl von ihrem Stolz und ihrer Solidarität als auch von ihren Nöten und Leiden zeugt. Das größte Problem der Antandroys ist Wassermangel.

Ambovombe, Amboasary, Antanimora und Berenty sind heute die bekannten Antandroy-Gebiete.

Die Antanosy, die Inselbewohner

Die Stadt Fort Dauphin heißt in der einheimischen Sprache Taolagnaro und gehört zur Region von Anosy. Das Wort Anosy bedeutet Insel. Wegen der drei Buchten, entlang derer sich die Stadt ausdehnt, werden die Einheimischen als Inselbewohner oder Antanosy genannt. Die Gegend ist im Süden von der wunderschönen Gebirgskette von Anosy und im Norden vom Gipfel Sankt Louis umschlossen. Diese Gebirgskette bildet mit dem Fluss Mandrare die natürliche Grenze der Volksgruppe Antanosy.

Wegen ihrer optimalen Lage für das Anlegen von Schiffen war die Südostspitze Madagaskars ein beliebter Landungsort europäischer und arabischer Seefahrer. Franzosen sowie Portugiesen unternahmen Versuche, die Antanosy zu unterwerfen. Die mündliche Überlieferung der Antanosy bezeugt die Vermischung französischer und portugiesischer Seeleute mit den Einheimischen. Die Antanosy waren seit ihrer Entstehungsgeschichte sehr weltoffen. Die Zafiraminia von Mananjary eroberten im 17. Jahrhundert das Antanosy-Land. Zafiraminia sind arabischen Ursprungs. Außer den Zafiraminia gibt es in der Antanosy-Gesellschaft fünf weitere kleine Gruppen: Dazu zählen unter anderem die Anakandriana, die die Nachkommen der Zafiraminia sind, sich aber mit anderen Bevölkerungsschichten vermischten. Diese Gruppe stellte die Schamanen und Astrologen der Antanosy. Eine weitere Gruppe sind die Onjatsy, die Nachfahren der ersten Seeleute und Zafiraminia. Die letzte wichtige Gruppe sind die Voajiry. Sie sind indischen Ursprungs und an ihrer dunkleren Hautfarbe erkennbar.

Entlang der Hauptstraßen kann man im Antanosy-Land die überall errichteten Obelisken kaum übersehen. Dieser Brauch findet seine Wurzel im arabischen Raum. Bei den Antanosy sind die Obelisken Gedenksteine und so wird zur Erinnerung an die Ahnen dieses Denkmal errichtet. Wo sie ihre Toten begraben, weiß nur ein enger Kreis der Familienmitglieder. Solche Gedenkstätten sind für die Antanosy heilig. Sie dürfen daher nicht fotografiert werden. Polygamie ist unter den Antanosy geläufig und je nach finanzieller Möglichkeit kann ein Mann traditionell mehrere Frauen heiraten. Die Ehe wird mit der Abgabe von Zebus an die Brauteltern besiegelt.

Die Antefasy und Zafisoro, diejenigen die am Strand leben

Beide Völker haben einen langen Weg hinter sich. Ursprünglich kommen beide Bevölkerungsgruppen aus Ambilobe im Norden Madagaskars. Über den Kanal von Mosambik kamen sie Mitte des 15. Jahrhunderts an der Südspitze Madagaskars an. Die Migration der Antefasy und Zafisoro ist eines der wenigen Beispiele für die Nord-Süd-Immigration innerhalb des Landes. Ihr Anführer war Andriantsileo. Bevor sie ihre Endstation erreichten, legten sie einen Zwischenstopp im Land der Mahafaly und Bara ein. Das Tal von Manampantrana bot dem wandernden Volk die Möglichkeit, ihre Reisanbaukultur fortzusetzen. Aufgrund von Kämpfen innerhalb der Volksgruppe mussten die Antefasy nach langjährigen Kriegen weiter nach Südosten wandern.

Die gesellschaftliche Struktur und Organisation der Antefasy und Zafisoro basiert auf kleinen Clans namens „troky“. Farafangana und Umgebung sind heute das Territorium der Antefasy und Zafisoro.

Die Antesaka, Nachkommen von Sakalava

Antesaka ist eine Abkürzung von Antesakalava. Die Antesaka sind Nachkommen der Sakalava, die in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Tal von Ivohibe lebten. Die Tradition der Antesaka besagt, dass sie vom Westen nach Osten gewandert seien.

Fizeha, der erste König der Antefasy, hinterließ sein Reich seinen drei Söhnen Zaramanampy, Zarafaniliha und Behavana. Im Laufe der Zeit dominierte Behavanas Reich die Gruppe und sie dehnten ihr Territorium weiter nach Südosten aus. Mit den Antefasy von Farafangana genossen sie privilegierte Handelsbeziehungen. Den Antesaka gelang es auch, die Sumpfgebiete unter anderem mit Reis zu bewirtschaften. Aufgrund der blühenden Wirtschaft im Land der Antesaka im 18. Jahrhundert war diese Region ein Anziehungspunkt sowohl für einheimische Einwanderer als auch für europäische Geschäftsleute. Der letzte König der Antesaka war Tongalaza, der bis Ende des 18. Jahrhunderts regierte.

Die Antemoro, die Küstenbewohner

Die Antemoro sind unter den madagassischen Volksstämmen am deutlichsten arabisch geprägt. Ihre Vorfahren Ramakararo und Ralivoaziry verließen Mitte des 15. Jahrhunderts den arabischen Raum und sollten im Jahr 1485 an der Südostküste Madagaskars gelandet sein. Sie sind die südlichen Nachbarn der Antambahoaka..

Islamische Glaubensregeln spielen heute noch eine wichtige Rolle in der Antemoro Gesellschaft. Allgemeine Gültigkeit in allen Antemoro-Gebieten findet das Verbot, Schweine zu halten und Schweinefleisch zu verzehren. In den alten mündlich überlieferten Antemoro Märchen und Legenden ist oft die Rede von einer heiligen Stadt namens Meka. Die Erfindung des Antemoro-Papiers hat wesentlich dazu beigetragen, einerseits die heiligen Schriften des Korans zu verbreiten und andererseits auch die Geschichte der Antemoro zu bewahren.

Die soziale Ordnung der Antemoro ist durch ein Kastensystem charakterisiert. An der Spitze stehen die Adligen, die von der Anteony Gruppe dominiert sind. Dann kommen die Antalaotra. Sie sind Mitreisende der Vorfahren der Antemoro Ramakararo. Dem zweiten Kasten sind Intellektuelle, Zauberer, Astrologen, Mediziner und Schamanen zuzuordnen. Sie ist auch die Schicht der Geistlichen, deren Aufgabe darin besteht, die Schriften des Korans zu interpretieren. Diese Gruppe ist vorwiegend von den Anakara und Zafitsimeto vertreten. Die dritte gesellschaftliche Schicht schließt die Sklaven, die Ramakararo aus Arabien mitbrachte und deren Nachkommen ein.

Die Bürger der umliegenden Nachbarstädte, die Zanasirana und Antevato, wurden nach ihrer Niederlage in die Antemoro Gesellschaft integriert. Sie waren größtenteils nicht arabischen Ursprungs. Eine weitere kleine Bevölkerungsgruppe lebte bei den Antemoro, war jedoch von den anderen abgeschnitten. Es handelte sich dabei um die Antevolo, die Unberührbaren. Worauf diese Isolierung zurückzuführen ist, ist umstritten. Das halten von Hunden ist ein strenges Fady bei den Antemoro und die Rivalität zwischen Antemoro und Antevolo sollte durch die Entweihung dieses Fadys entstanden sein.

Dank ihres umfangreichen Astrologiewissens gelten die Astrologen der Antemoro als die besten des Landes. Könige von Antananarivo holten Antemoro sowohl als Astrologen als auch als Berater nach Antananarivo. Andriamahazonoro war ein wichtiger Berater der Merina-Könige Andrianampoinimerina und Radama I. Francisque Ravony war ein bekannter Politiker dieser Region und Regierungschef während der ersten Phase der Dritten Republik. Manankara und Vohipeno sind heute die Hauptstädte des Volksstammes Antemoro.

Die Antambahoaka, die vom Volk

Die Vorfahren der Antambahoaka landeten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Nähe des Flusses Matitanana, der im Südosten Madagaskars liegt. Die Antambahoaka zeigen deutlich arabische Züge. In Privatsammlungen findet man noch alte Briefe und Dokumente in alter arabischer Schrift. Die mündliche Überlieferung der Antambahoaka besagt, dass ihre Vorfahren Zafiraminia und Onjatsy waren. Mananjary ist heute die Hauptstadt der Antambahoaka und ist die kleinste Bevölkerungsgruppe Madagaskars.

Die kulturelle Besonderheit der Antambahoaka bezieht sich auf zwei typische Bräuche. „Sambatra“ nennt man die kollektive Beschneidungszeremonie, die alle sieben Jahre stattfindet. Sie betrifft alle Jungen im Alter zwischen zwei und neun. Den Antambahoaka ist es verboten, Zwillinge zu haben. Sie sind auszusetzen, da sie Unglück bringen sollten.

Die Bara, das Hirtenvolk

Die Baras gehören zu den eindrucksvollsten Völkern Madagaskars. Hinsichtlich ihres Aussehens fällt bei den Baras eine schlanke und große Figur auf, die an die Massai Kenias erinnert. Kulturelle Ähnlichkeiten mit dem afrikanischen Kontinent zeigen sich in ihrem Nomadendasein und ihrer Viehzucht.

Die Baras zeigten sich erst spät auf der historischen Bühne der Insel. Der König Andriamanely trug die Fahne der Baras im 17. Jahrhundert. Das Hochplateau von Horombe, Sakaraha, Betroka, Ihosy und Ranohira bilden heute die wichtigsten Gebiete der Baras.

In der alten Tradition erfolgt die Mannwerdung bei den Baras durch den Diebstahl von Zebus und den eventuell folgenden Gefängnisaufenthalt. Entlassungspapiere gelten als höchstbegehrte Diplome für eine bestandene Mutprobe und bezeugen dem Mann heiratsfähig zu sein.

Die Baras bestatten ihre Toten an den Felsen. Das ganze Isalo-Gebirge gilt daher als Fady.

Bei den Baras gab es früher den sogenannten „Frauenmarkt“. Der Wochenmarkt ist der Treffpunkt aller heiratsfähigen jungen Baras. Die Jungen zeigen ihren ledigen Status mit einem Kamm im Haar und die jungen Mädchen ziehen sich farbenfrohe Kleider an. Jedes Treffen zwischen einem Jungen und einem Mädchen wird mit einem Geschenk abgeschlossen. Der junge Mann ist dabei traditionsgemäß dazu verpflichtet, dem Mädchen Haaröl zu schenken. Heute noch spielt die Frisur bei jeder Bara-Frau eine wichtige Rolle. Sie ist durch die auffallenden Zöpfe an beiden Seiten des Kopfes gekennzeichnet. Diese Frisur nennt sich in der einheimischen Sprache “eine Frisur, die nicht einmal ein Gewehr wahrnimmt“.

Einer der bekanntesten madagassische Musiker, der auch auf internationalen Bühnen bekannt ist, ist ein Bara-Sohn. Er heißt D’Gary und bezaubert als virtuoser Gitarrist die Welt mit seiner Bara-Inspiration. Er lebt jedoch im Ausland.

Die Betsileo, die vielen Unbesiegten

Das Gebiet der Betsileo erstreckt sich südlich des Hochplateaus. Die Flüsse Matsiatra und Mania durchziehen dieses Gebiet. Die Betsileo leben oberhalb beider Flüsse in einer Gebirgsregion die durch Reisterrassen gekennzeichnet ist. An mehreren Orten lassen sich Spuren von Vazimba im Lande der Betsileo nachweisen. In einem kleinen Tal bei Imady wurde ein Rest einer Vazimba-Siedlung ausgegraben. Entlang des Flusses Mania wurden mehrere Vazimba-Gräber lokalisiert. Archäologische Hinweise auf Vazimba-Kultur zeigten sich auch im Gebirge von Vohidrakilahy und Vohidrakivavy. Die traditionelle regionale Teilung des Betsileo-Landes trennt Manandriana, Arindrano, Isandra und Lalangina. Heute ist Fianarantsoa die Hauptstadt des Volksstammes Betsileo.

Zu den bekanntesten Königen der Betsileo zählt unumstritten der König Andriamanalimbe. Er regierte in Isandra und vereinte das Betsileo-Land unter sein Reich. Um seine erfolgreichen Eroberungszüge zu markieren, ließ er überall in den eroberten Regionen Vatolahy (männliche Steine) aufrichten. Bis heute ist das ganze Land der Betsileo mit solchen Steinmonumenten übersät. Im Laufe der Zeit wurden dem Vatolahy andere Funktionen beigemessen. So wird jedes wichtige gesellschaftliche Ereignis mit einem Erbauen eines Vatolahy markiert.

Die Betsileo-Kultur ist im Wesentlichen durch Handwerk und Landwirtschaft geprägt. Die Betsileo beherrschen eine besondere Bewässerungstechnik, mit Hilfe derer sie die an Berghängen angelegten Reisterrassen mit Wasser versorgen. Die Reisterrassen erinnern an ihre Vorfahren aus Südostasien. Das Flechten ist für Betsileo-Frauen eine typische Beschäftigung. Körbe und Matten werden von ihnen hergestellt. Wie alle anderen madagassischen Volksstämme glauben die Betsileo an Zanahary, den Gottschöpfer und auch Ahnenkult wird praktiziert. Regelmäßig werden Totenumbettungen zelebriert.

Eine kulturelle Besonderheit der Betsileo liegt in der sogenannten „Eheprobe“. Einige Monate zieht die Braut ins Haus ihres Bräutigams. Sie wird von der Familie ihres künftigen Mannes auf die Probe gestellt. Es wird genau beobachtet, ob die Braut unter anderem Kartoffeln richtig und dünn schälen kann. Eine Frau, die Reis richtig pikieren kann, hat einen bedeutenden Vorteil. Auch Höflichkeit wird bei den Betsileo groß geschrieben.

In der Geschichte des madagassischen Widerstandes gegen die französische Kolonialmacht ist der Volksstamm Betsileo auf Jean Ralaimongo sehr stolz. Dieser Betsileo wurde während der Kolonialzeit aufgrund seines Kampfes gegen die Franzosen bekannt.

Die Betsimisaraka, die Vielen Untrennbaren

Diese Volksgruppe lebt entlang der Ostküste Madagaskars. Ihr Territorium wird im Westen von den Berghängen der Angavo Gebirgskette und im Osten von den beiden Flüssen Bemarivo und Mananjary abgegrenzt.

Wie für viele andere Bevölkerungsgruppen Madagaskars war die Bucht von Atongil der Landungsort der Betsimisaraka. Sie bauten wirtschaftliche Kontakte zu europäischen Geschäftsleuten auf und auch englische und holländische Handelskompanien versuchten, im Land der Betsimisaraka Handelsstützpunkte zu gründen. 1642 schloss der holländische Geschäftsmann Van der Stel bei der Bucht von Atongil einen Protektoratsvertrag mit einem Stammoberhaupt ab.

Durch die Vermischung von Einheimischen und europäischen Piraten entstand eine Mischlingsbevölkerungsgruppe namens Malata, die sich im politischen und wirtschaftlichen Leben der Einheimischen sehr engagierten. Diese Gruppe prägte die politische Geschichte des Nordens. So wurde der Sohn des englischen Piraten Thomas White, der mit einer einheimischen Frau verheiratet war, zum König der Nord-Betsimisaraka. Die Geschichte der Betsimisaraka des 18. Jahrhunderts war von der Rivalität zwischen Norden und Süden geprägt. Ramaromanompo des Nordens und Ramanano des Südens bekriegten sich gnadenlos, um die Souveränität über die gesamte Ostküste zu erlangen. Der Sieg von Ramaromanompo über Ramanano begründete den Bund der Betsimisaraka. An der Einheit und Integrität des Betsimisarakavolkes wurde mächtig gerüttelt, als 1751 die Königin Betia von Sainte Marie (Nosy Boraha oder Nosy Borahina) auf ihre Souveränität über die Insel verzichtete. Gosse, Mitglied der französischen Ostindienkompagnie, verführte die Königin mit einem Protektoratsprojekt. Somit stand seit 1751 Nosy Borahina unter französischer Verwaltung. Mit diesem Vertrag wurde der Beginn des Niedergangs der Kultur des Betsimisaraka-Bundes unterschrieben.

In jedem Betsimisaraka Dorf sieht man einen spitzen bzw. gabelförmigen Pfahl, der oft mit Zebu-Hörnern verziert ist. Das „Fisokona“ spielt eine religiöse Rolle, denn die Geister der Ahnen, die Razana werden am Fuße des „Fisokona“ gerufen. Das zu opfernde Vieh wird in der Nähe des Fisokona geschlachtet und danach das Fisokona mit Blut besprengt. Die Zeremonie wird vom Dorfoberhaupt, dem Filoha geleitet. Eine überraschende Ähnlichkeit besteht in der Form des Fisokona von Betsimisaraka und des gabelförmigen Pfahls der indonesischen Insel Flores.

Die Betsimisaraka haben einen besonderen Umgang mit ihren Toten, die in Holzsärgen bestattet werden. Dabei steht eine allgemeine Halle der Familie zur Verfügung. Die Särge werden nicht vergraben sondern in der Halle aufgebahrt. Ein ähnlicher Brauch hinsichtlich der Bestattungsrituale ist bei den Dayak auf Borneo in Indonesien zu beobachten.

Die Betsimisaraka haben ihre eigene Musik namens „Basesa“, zu der man Basesa tanzt. Der für die Gegend typische Rum der Betsimisaraka heißt Betsabetsa. Jeder Anlass wird genutzt und mit viel Betsabetsa begossen. Betsabetsa stellt eine Wortbildung dar, wie sie auch im südostasiatischen Raum verwendet wird.

Die Betsimisaraka glauben unter anderem an Kalanoro. Die Kalanoro sind Waldmännchen, die magische Kräfte besitzen. Eine Verwandtschaft mit Kalanoro ist mit zahlreichem Segen verbunden. Überlieferungen stellt eine Kalanoro als eine zwergartige Frau mit langem Haar dar.

Toamasina ist heute die Hauptstadt der Betsimisaraka und gleichzeitig der größte Hafen Madagaskars. Ein bekannter Sohn der Stadt war der Dichter Jacques Rabemananjara, der auch in der französischen Literatur bekannt wurde. In der Geschichte der madagassischen Politik, der postkolonialen Zeit ist Ratsiraka Didier zu erwähnen. Er war 25 Jahre lang Präsident der zweiten Republik. Ratsiraka und Rabemananjara sind die bekanntesten Persönlichkeiten der neueren Geschichte der Betsimisaraka.

Die Bezanozano, Menschen mit Zopffrisur

Diese Bezeichnung Bezanozano bezieht sich auf die Art der Frisur, viele kleine Zöpfe, die mithilfe von Zano-Zweigen geflochten werden. Der Fluss von Mangoro und die Gebirgskette von Angavo bildet die Grenze für diese homogene und relativ alte Bevölkerungsgruppe, die nördlich von Antananarivo lebt. Die Bezanozano lebten früher isoliert tief im Regenwald. Mit der Zeit begannen sie das Tal von Moramanga zu bewirtschaften. Moramanga ist heute die Hauptstadt des Volksstamms Bezanozano.

Im 17. Jahrhundert wurde der Merina-König Ralambo immer wieder von Bezanozano-Soldaten überfallen. Sie belagerten zu dieser Zeit das Merina-Territorium Ambatomanga, das 40 km von Antananarivo entfernt liegt. Dank einer guten internen Organisation durch den Bezanozano-König Randriajomoina, lebte dieser Volksstamm jedoch bis Ende des 18. Jahrhunderts unabhängig von dem mächtigen Merina-Reich. Beeinflusst durch die Merinas praktizieren auch die Bezanozano Totenumbettungen. Die Bezanozano-Männer sind dunkelhäutige und muskulöse Männer. Darin liegt auch ihre Geschichte als Opfer skrupelloser Sklavenhändler im 19. Jahrhundert. Moramanga, die Hauptstadt dieses Volksstammes, heißt auf Deutsch „billige Sklaven“ und der nächste Hafen, Andevoranto, heißt auf Deutsch „Wo man Sklaven holt“. Er liegt ca. zwei Stunden von Moramanga entfernt.

Die Masikoro, die Sakalava vom Süden

Die Masikoros sind sozusagen Cousins der Baras. Im Tal von Itomampy lebte Ende des 16. Jahrhunderts Andriambaloalina, der gemeinsame Vater der Baras und Masikoros. Die Baras gehören zu der Gruppe Zafimanely und die Masikoro bilden die Gruppe von Zafindravola.

Um etwa 1660 hatte das kleine Masikoro-Reich seine kurze Blütezeit. Das Masikoro-Gebiet erstreckte sich bis ins Mahafaly-Land und nach Anosy. Nach dem Zusammenbruch des kleinen Reiches etablierte sich unter der Leitung des Königs Varindry eine kleine Gruppe von Masikoro in der Nähe des Fluss Fiherenana. König Varindry und seinen Nachfolgern gelang es, die Region von Fiherenana und Saint-Augustin zu vereinen.

Der Südwesten Madagaskars ist der Lebensraum zweier Volksstämme: Die Masikoros und die Vezos. Im Gegensatz zu den Vezos, die am und vom Meer leben, widmen sich die Masikoro mehr der Landwirtschaft. Sie besitzen bis heute den Ruf, stolze Menschen zu sein. Sie dürfen nie auf dem Boden schlafen.

Die Mahafaly, die vom verbotenen Land

Der Volksstamm Mahafaly lebt auf dem südwestlichen Plateau Madagaskars. Dort ist das Klima weniger trocken als im Androy-Land, dem Land der Mahafalys, das von einer Trockenvegetation geprägt ist. Die Volksgruppe der Maroseranana landete im 16. Jahrhundert in der Nähe der Bucht Saint-Augustin. Die ersten Könige der Mahafaly waren Andrianalimbe, Andriamandazoala und Andriambe. Sie führten Kriege mit ihren Nachbarn den Antandroy und Sakalava. Die Mahafaly waren durch das aufgrund der harten Lebensbedingungen erzwungene Nomadenleben geprägt. Die Zugehörigkeit zu einem Reich hatte nur sekundäre Bedeutung. Im 17. Jahrhundert gründeten Portugiesen und Franzosen Handelsstützpunkte im Mahafaly-Land. Sie tauschten Kleider und Pulver gegen lokale wirtschaftliche Produkte.

Trotz des Nomadenlebens sind die Mahafaly ihrer Kultur treu geblieben und sehr heimatverbunden. Das Familiengrab wird dort gebaut, wo früher die Ahnen waren. Sie arbeiten hart, um sich später ein großes und prunkvolles Grab leisten zu können. Typisch für die Mahafaly-Gräber sind die Verzierung der Gräber mit Zebuhörnern und Grabstelen aus geschnitzten Holzfiguren. Die Figuren entsprechen sowohl der Lebensweise als auch der Wünsche des Verstorbenen. Während im Hochland Familiengräber üblich sind, begraben die Mahafaly ihre Toten in individuellen Gräbern.

Der Mahafaly-Dialekt ist einer der bedeutendsten Dialekte der Insel. Ampanihy ist heute die Hauptstadt des Volksstammes der Mahafaly.

Die Merina, die im Hochland leben.

Das Land der Merinas hieß früher Ankova. Dieser Name ist geographisch bedingt, denn er bedeutet „im Herzen des Landes“. Die Tradition der Merinas erzählt von der Landung ihrer Vorfahren in der Bucht von Atongil bei Maroantsetra. Der Fluss Onive und das Gebirge von Ankaratra im Süden, der Ostabhang im Osten und das Niemandsland im Westen und Norden bilden die Grenzen des Merina-Territoriums. Die Zentralfigur der Merina-Geschichte ist unumstritten ihr größter König Andrianampoinimerina. Sein Palast in Ambohimanga wurde von der UNSECO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit dem Eintritt Andrianampoinimerina in die Politik vollzog sich eine Wende in der Geschichte Madagaskars.

„Das Meer ist die Grenze meines Reiches“. Mit diesem berühmten Satz des Königs war zum ersten Mal die Rede von einer vereinten madagassischen Nation. Tatsächlich vereinte sein Sohn Radama I Madagaskar größtenteils und brachte somit die Vision seines Vaters in Erfüllung. Im 19. Jahrhundert wurde Madagaskar zum ersten Mal von der englischen Königin Victoria als eine Nation anerkannt. Schon im 19.Jahrhundert förderte die Merina-Regierung die Bildung des Volkes. Schulen wurden geöffnet und Studenten, oft adligen Ursprungs, nach Mauritius und Europa gesandt. Durch das Anheben des Bildungsniveaus entstand unter den Merinas eine aristokratische Schicht, der auch die heutige Elite des Landes entsprungen ist.

Vor der Kolonialzeit stellten die Merinas das Feindbild Frankreichs dar. Der Eroberungskrieg, den Frankreich gegen Madagaskar führte, wurde „ Krieg gegen die Hovas“ oder „Krieg gegen die Merinas“ genannt. Während der Kolonialzeit gründete Frankreich in Madagaskar eine Partei für die Nicht-Merinas, die sie auch finanziell unterstützte. Die bewusst geschürte Rivalität zwischen Merina und Nicht-Merina, prägte auch noch die postkoloniale politische Geschichte des Landes.

Bis heute bleiben die Merinas die wichtigste Bevölkerungsgruppe in Madagaskar. Unter den verschiedenen Volksstämmen Madagaskars vertreten die Merinas die Führungsschicht.

Die Sakalava, die im langen Tal leben

Zwei große Flüsse begrenzen das Land der Sakalavas. Es handelt sich um den Onilahy im Süden und den Sambirano im Norden. Dieser Volksstamm bevölkert fast den gesamten westlichen Teil der Insel.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts verließen die Vorfahren der Sakalavas, die Maroseranana, den Südosten der Insel, wo sie ursprünglich gelandet waren. Die Bevölkerungsgruppen, die heute noch in diesem Teil des Landes leben, wie die Zafiraminia, die Behavana und die Zafimanely, zeigen eine Verwandtschaft mit den Vorfahren der Sakalavas. Über das Tal von Ivohibe und den Fluss von Onilahy drangen die Maroseranana ins Menabe-Land vor. Menabe war die Wiege der Sakalava-Dynastie, deren Gründer Andriamandazoala, Andriamisara, Andriamandresy und Andriandahifotsy waren.

Die Gebeine der verstorbenen Könige werden bei den Sakalavas in den heiligen „Doany“ aufbewahrt. Die bekanntesten Doanys im Land der Sakalavas sind die Doany von Mahabo, Bezavona, Belo am Tsiribihina, Maneva und von Mahajanga und Marovoay. Regelmäßig werden die Gebeine der Könige aus den Doanys herausgeholt und im Fluss gebadet, bevor sie wieder in die Doany zurückgebracht werden. Dieses Ritual namens Fitampoha gehört zu einem der wichtigsten Bräuche des Landes. Das Fitampoha ist für die Einheimischen die beste Gelegenheit, sich mit ihren Sakalava-Familien zu treffen.

Außer für das Fitampoha ist der Westen Madagaskar auch für den Trombas bekannt. Sowohl Fitampoha als auch Tromba sind Rituale, die zum Ahnenkult gehören. Tromba nennt sich ein Kult der Besessenheit. Die meist von einem verstorbenen König besessene Person, versucht eine Botschaft zu vermitteln. Angefeuert vom Publikum, oft mit Hilfe von stimmungsvollen Gesängen, wird die Botschaft tanzend überbracht. Morondava, Belo am Tsiribihina, Mahajanga und Marovoay sind heute die wichtigsten Städte der Sakalavas.

Die Sihanaka, diejenigen die am Alaotra-See leben

Der Volksstamm Sihanaka lebt am See von Alaotra nordöstlich von Antananarivo. Der See von Alaotra ist vulkanischen Ursprungs und ist der größte See Madagaskars. Die Sihanaka leben vorwiegend vom Fischfang und der Landwirtschaft. In seiner anfänglichen Entwicklung war das Sihanaka-Reich so mächtig, dass es im 16. Jahrhundert für seine Nachbarreiche eine ständige Bedrohung darstellte. Der fruchtbare Boden der Sihanaka Region trug zur blühenden Landwirtschaft der gesamten Region bei. Europäische Reisende, die im 17. Jahrhundert das Gebiet von Alaotra bereisten, erzählten vom wirtschaftlichen Aufschwung. Heute gilt die Sihanaka-Region als die wichtigste Reiskammer des Landes. Sihanaka-Könige betrieben mit Händlern der naheliegenden Ostküsten-Häfen Waffenhandel. Die Region von Alaotra war jedoch im 18.Jahrhundert auch Schauplatz des schrecklichen Sklavenhandels.

Im Alltag der Sihanaka spielen Schamane und Hexen eine bedeutende Rolle. Der Begriff „Ambalavelona“ ist beispielsweise bei den Sihanaka sehr gängig. Dabei geht es um ein kurioses gesellschaftliches Phänomen, dessen Wurzel und Erklärung im Glauben bzw. Aberglauben der Einheimischen liegen. Mit Hilfe von Zauberei könne ein verliebter Mann das Herz einer begehrten Frau gewinnen.

Von großer Bedeutung ist das heilige Dorf von Andrebabe, das nordöstlich des Alaotra-Sees liegt. Man sagt, die Bewohner dieses Dorfes gehen in den umliegenden Dörfern Imerimandroso, Ambohidava, Ambatosoratra und Andreba einkaufen und sind daran zu erkennen, dass sie ihre Hemden am Rücken zuknöpfen. Der bekannte Reporter des madagassischen öffentlich-rechtlichen Radiosenders Latimer Rangers ist dieser Eigenart nachgegangen, um die Echtheit dieser Geschichte zu überprüfen. Sein Versuch war jedoch erfolglos. Schreie und Geräusche von menschlichem Getümmel habe er von weitem wahrgenommen, das heilige Dorf sei auch von weitem sichtbar gewesen, aber je mehr er sich dem Dorf näherte, desto mehr verschwand es.

Die Sihanaka-Kultur ist durch verschiedenste fady geprägt. Bis vor kurzem war den Sihanaka laut eines fady verboten, donnerstags Feldarbeit zu leisten.Ambatondrazaka ist die Hauptstadt des Volksstammes Sihanaka.

Die Tanala, die Waldmenschen

Dieser Volksstamm lebt südöstlich von Fianarantsoa. Laut einer mündlichen Überlieferung bildeten aus dem Süden kommende primitive Gruppen die Mehrheit des Volksstammes. Die Tanala-Tradition erzählt aber auch von der Ankunft eines Volkes arabischen Ursprungs aus dem Südosten Madagaskars. Spuren dieser arabischen Elemente der Tanala-Kultur verschwanden jedoch allmählich. Allerdings blieb der Glaube an Astrologie in ihrer Kultur verwurzelt. Der heutige Volksstamm Tanala ist das Ergebnis der Vermischung der Primitiven mit den arabischen Einwanderern. Sie sind durch die Gruppe Zafirambo vertreten. Im 18.Jahrhundert bildete das Tanala-Reich unter dem König Andriamahitanany eine vergängliche Einheit. Danach wurde das Tanala-Land in drei unabhängige Reiche geteilt: das Reich von Ikongo, das Reich von Ambohimanga Sud und das Reich von Vohitrosa.

Das Reich von Ikongo wehrte sich immer gegen die Eroberung durch andere Reiche. Das Felsplateau und die Flüsse von Sandrananta und Savondronina bilden einen natürlichen Schutz gegen Angreifer. Ikongo ist deswegen die Hauptstadt des Tanala Patriotismus, weil die Stadt während ihrer ganzen Geschichte unabhängig geblieben ist.

Über Jahre blieb der Regenwald des Tanala-Gebiets erhalten, da die Tanala ihn schützten. Dieser Volksstamm lebte im und vom Wald und sie nahmen nur das vom Wald, was sie brauchten. Durch die Gründung von Naturreservaten und Nationalparks wurde ein Teil der Tanala vom Wald vertrieben. Desorientiert versuchen sie heute mit den neuen Lebensbedingungen umzugehen. Viele verließen das Waldgebiet und versuchten, einen neuen Anfang in der Stadt Fianarantsoa zu finden.

Die Tsimihety, diejenigen, die die Haare nicht schneiden

Die Tsimihety leben nordwestlich des Zentralplateaus. Zur Zeit der Herrschaft des mächtigen Volksstammes Sakalava im Westen Madagaskars wollten die Tsimihety ihre Unabhängigkeit dadurch bekunden, dass sie sich beim Tod eines Sakalava-Königs die Haare nicht schneiden ließen, da die Sakalava dieses Zeichen der Trauer sonst als Unterwerfung interpretieren hätten können.

Die Überlieferungen der Tsimihety erzählen von den alten Antimananara, die im 16. Jahrhundert ihren Landungsort, die an der Ostküste liegende Bucht von Atongil, verließen und als Vorfahren der Tsimihety vom Osten nach Westen wanderten, bis sie das Ankaizina-Gebirge erreichten. Das Grenzgebiet von Androna am Fluss Magarahara repräsentiert für die Antimananara das Tor zum Westen. Einwanderer aus den Nachbargebieten wie Betsimisaraka und Sihanaka vermischten sich mit den Einheimischen.

Als das Sakalava Reich von Boina im 18. Jahrhundert in kleinere Reiche zerbrach, fanden die Sakalava-Zafimbolafotsy bei den Tsimihety Zuflucht. Gestärkt durch diese Verbrüderung mit den Sakalava-Zafimbolafotsy waren die Tsimihety in der Lage, ihr Territorium weiter nach Nordosten auszudehnen. Heute ist die Region von Sofia das Gebiet der Tsimihety und schließt die Städte Antsohihy, Mandritsara, Befandriana, Port Berger und Bealanana ein.

Der erste Präsident der ersten madagassischen Republik war Philbert Tsiranana und ein Tsimihety. Wegen der Nachbarschaft zu den Sakalavas ist die Tsimihety-Kultur der Sakalava-Kultur sehr ähnlich. Bei den Tsimihety fungiert der älteste Onkel mütterlicherseits als Familienoberhaupt.

Autor: Nary Andriarimalala