Antananarivo

Von Anjalamanga über Antaninarivo bis Antananarivo : Stadt der tausend Soldaten

Es wäre nicht nur ungerecht, sondern auch unzutreffend, die Geschichte von Antananarivo ohne ihre Ureinwohner, die Vazimba, darzustellen. Die Literatur der Kolonialmacht hat diesem Kapitel der Geschichte der Insel kein großes Interesse gewidmet. Sie hat die missionierende und zivilisierende Epoche der Kolonialzeit hervorgehoben, während derer Christentum und Kolonialisierung Hand in Hand gingen.

Das Wort Vazimba entspricht laut Edouard Ralaimihoatra, einem madagassischen Historiker, dem afrikanischen Wort „ Bazimu“. Dieses Wort ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt. Der Artikel „Ba“ und das Substantiv „Zimu“, das Geister oder Ahnen bedeutet. Man muss bis Ende des 14.Jahrhunderts zurückgehen, um den Vazimba von Antananarivo auf die Spur zu kommen. Zu dieser Zeit lebte schon eine kleine Gemeinde von Vazimba auf dem Hügel von Antananarivo, der noch von einem dichten Wald überzogen war. Der erste Name von Antananarivo war „ Anjalamanga“ oder auf Deutsch „ Wo der blaue Wald ist“. Der „blaue Wald“ erstreckte sich auf einer Länge von 3 km bis zum Gipfel auf 1483 m über Meeresniveau. Die Ureinwohner von Anjalamanga haben den ersten Palast auf diesem Hügel an dem Ort namens Ambohimitsingina gebaut. Außer den Vazimba von Anjalamanga, beherbergte Antananarivo zu dieser Zeit auch andere Gruppen von Vazimba: Die Gruppe von Teroka und die Gruppe von Ampandrana kann man unter anderem nennen. Die Vazimba von Anjalamanga lebten vor dem Angriff Andrianjaka, des Königs von Ambohimanga, in einem souveränen kleinen Reich.

Antananarivo war die Hauptstadt des Königs Andrianjaka (1610-1630). Er ließ den ersten Palast dort erbauen, wo heute der Königinpalast steht. Das erste Grab von den sieben königlichen Gräbern „ Tranofitomiandalana“ ist sein Grab. Der Name Antananarivo kommt vom dem Wunsch Andrianjaka „ Ho arivo an-tanana“. Nachdem sein Palast auf dem Gipfel von Anjalamanga gebaut worden war, ließ er seine Soldaten unterhalb des Palastes stationieren. „Sie mögen stark wie tausend Soldaten sein, um den Palast schützen zu können“, sagte Andrianjaka. Von dieser Geschichte ist die Redewendung abgeleitet „ Ny Arivolahy tsy maty indray andro“ „ tausend Mann (Soldaten) sterben nicht an einem Tag“. Anjalamanga wurde in Antaninarivo umbenannt. Antaninarivo als Verwaltungs-bzw. politisches Zentrum hat mit Andrianjaka angefangen. Mit der Zeit ist aus Antaninarivo Antananarivo geworden.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts dominiert der imposante Königinpalast als das Image der Stadt. Das erste Gebäude aus Holz wurde von dem französischen Architekten Jean La Borde gebaut. Der Holzpalast wurde später von dem englischen Missionar James Cameron mit Stein verkleidet. Manjakamiadana, der Name des Hauptgebäudes, das auf Deutsch „wo man in Frieden herrscht“ bedeutet, wurde 1995 samt den anderen Nebengebäuden von einem verbrecherischen Feuer niedergebrannt. In dem Jahr vor dem Brand ist der Palast zum Weltkulturerbe nominiert worden. Mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wird der Palast seit einigen Jahren wiederaufgebaut.

Der wichtigste Flughafen Madagaskars ist in Antananarivo.

Die steilen Hügel sind aus strategischen Gründen von den damaligen Herrschern bevorzugt worden. Sie hatten dort ihren Regierungssitz mit dem Dorf für die Bürger gebaut. Die Stadt von Antananarivo hat oben auf dem Hügel angefangen, sich langsam nach unten zu entwickeln. Das ursprüngliche Gesicht der Altstadt ist durch die Verflechtung dünner Pfade für Fußgänger sowohl auf dem Hügel als auch auf dem Berghang gekennzeichnet. Man kann sich auf den tausend und einen Pfaden leicht verlaufen.

Das Sumpfgebiet der Unterstadt von Antananarivo galt damals als Regenrückhaltebecken, um Überschwemmungen zu vermeiden. Dieses Gebiet war für die Landwirtschaft und den Reisanbau verwahrt. Die Einwohner von Antananarivo des 18.und 19.Jahrhunderts haben es deswegen vermieden, ihre Hütten in solchen Gebieten zu bauen. Aus diesem Sumpfgebiet ist leider im Laufe der Jahre Wohngebiet geworden, was gegen die Regeln eines vernünftigen Urbanismusplans verstößt.

Seit einigen Jahren hat die Stadt einen Teil ihres pittoresken Zuges eingebϋβt. Die Zerteilung des Zoma Marktes mit seinen berühmten weißen Sonnenschirmen hat zum groessten Teil dazu beigetragen. Der Zoma-Markt wurde von besuchenden Touristen für den groessten offenen Markt der Welt gehalten. Allerdings hat die Altstadt bzw. die Oberstadt noch historische Spuren ihrer Vergangenheit aufzuweisen. Der wiederaufgebaute Königinpalast und die anderen alten Holzpaläste kann man in der Altstadt besichtigen.

Die sportlichen Besucher können diese Sehenswürdigkeiten der Oberstadt besichtigen, indem sie die tausend Treppen und die schlangförmigen kleinen Pfade auf dem Berghang besteigen. Indes können sie sich an dem grandiosen Panoramablick auf die Reisfelder erfreuen, die sich bis die weiten bläulichen Hügel nach allen Himmelsrichtungen ausdehnen. Ansonsten kann man in die Oberstadt auch mit dem Auto fahren.

Nach diesem kulturellen Programm kann man mit gestärktem Appetit die einheimischen kulinarischen Spezialitäten probieren. Eine breite Palette an Esslokalen steht zur Verfügung. Europäische Einflüsse in den vielfältigen Gerichten lassen sich nicht leugnen. Darüber hinaus sind asiatische Teller auf Basis von Nudeln sehr verbreitet. Die einheimische Küche lässt sich überall bestellen. Es ist allerdings zu empfehlen, die einheimischen Gerichte langsam abzutasten. Es ist vorsichtiger zunächst mit Romazava anzufangen, einer Art gut gewürztem Ragout mit Gemüse und Fleisch. Was Ihre Unterkunft angeht, haben Sie die Qual der Wahl. Von einem simplen Gasthaus, über mittlere bis luxuriöse Viersterne Hotels mit vernünftigen Preisen stehen auf Ihrer Auswahlliste.

Unter anderem können Sie in Tana folgende Sehenswürdigkeiten besichtigen: Der zoologische und botanische Park von Tsimbazaza. In diesem Park haben Sie einen Überblick über die endemische Fauna und Flora Madagaskars. Ein kleines paläontologisches und ethnologisches Museum ist für die Öffentlichkeit geöffnet.

Ambohimanga, die Sommerresidenz der Königinnen mit alten Palisandermöbeln, liegt 20 km von Tana entfernt. Ambohimanga, „der blaue Hügel“, gehört zu den heiligen Hügeln Antananarivo. Die Zentralfigur dieses Palastes bleibt der große König Andrianampoinimerina, dessen Holzpalast, erbaut gegen 1787, die Wohnverhältnisse seiner Zeitgenossen darstellt. Wer die Geschichte des Volksstammes der Merina kennen lernen möchte, bekommt in Ambohimanga aufschlussreiche Informationen.

Lemurenpark auf dem Weg nach Arivonimamo. Krokodilfarm, Werkstatt zur Herstellung von Seidentüchern in der Nähe vom Flughafen. Handwerkliche Märkte in Andravoahangy und Digue: eine Große Palette an Gegenständen und Souvenirs, die man zu vernünftigen Preisen kaufen kann. Auf den Märkten ist es üblich über den Preis zu verhandeln.