Mahajanga

die Stadt der Blumen

Der große Baobab am Meer symbolisiert die Stadt Mahajanga. Sie wird „ die Stadt der Blumen“ genannt. Sie liegt 620 km nordwestlich von Antananarivo entfernt. Die gut geteerte Nationalstraße 4 führt nach Mahajanga. Das Klima in dieser Stadt ist heiß und trocken und es regnet selten. Die durchschnittliche Temperatur beträgt 38°C.

Majunga oder Mahajanga

Gegründet von den Arabern um das Jahr 1700, trägt Mahajanga heutzutage noch arabisches und swahilisches Gepräge. Die damaligen arabischen Geschäftsleute hatten hier einen Hafen und blühenden Handelsstützpunkt gegründet. In Mahajanga leben die größten arabischen und komorischen Gemeinden Madagaskars. Folglich sieht man an vielen Ecken Moscheen. Daneben leben viele Merina aus dem Hochland in Mahajanga. Wegen der großen kulturellen Unterschiede fühlt sich diese Bevölkerungsgruppe in dieser vom Islam dominierten Stadt ziemlich entwurzelt.

Mahajanga ist eine Hafenstadt. Sie beherbergt den drittgröβten Hafen Madagaskars, von dem aus landwirtschaftliche Produkte nach Ostafrika und Asien ausgeführt werden. Das Hinterland ist ein fruchtbares Land. Reis, Zeburinder, Raphia und Gewürze kommen unter anderem aus den drei wichtigsten Regionen Boina, Bongolava und Sambirano.

Da die Landungsbrücke des kleinen Hafens für große Schiffe nicht geeignet ist, müssen diese ihren Anker in der Bucht von Mahajanga auswerfen und die Waren mit Tenderbooten an Land transportieren.

Bei Sonnenuntergang ist es Brauch der Einheimischen, an der großen Avenue am Meer spazieren zu gehen. Nicht weit von dem großen Baobab sammeln sie sich spät nachmittags, um den Sonnenuntergang nach der Arbeit zu genießen. Bänke und Tische sind für diejenigen angerichtet, die Fleischspieße essen oder Kokosmilch trinken möchten. Eine solche Stimmung ist für Mahajanga charakteristisch. Dieser Dämmerungsspaziergang am Meer ist im Alltag der Einheimischen so stark verankert, dass er zu den Selbstverständlichkeiten der Stadt und ihrer Einwohner gehört.

Was die kulinarischen Spezialitäten anbelangt, ist Mahajanga für seine kosmopolitischen Gerichte bekannt. Ostafrikanische, asiatische, europäische und chinesische Einflüsse haben in der lokalen Küche ihre Spuren hinterlassen. Sambosa ist im Laufe der Jahre das Ikon der lokalen kulinarischen Spezialitäten geworden. Diese dreieckige mit gewürztem Hackfleisch und Zwiebeln gefüllte Teigtasche stammt ursprünglich aus Ostafrika, wurde jedoch von Bantu-Einwanderern und arabischen Geschäftsleuten hier in Mahajanga eingeführt.

Touristen können sich an Stränden außerhalb der Stadt erholen. Sie können beispielsweise nach Amborovy fahren oder die heiligen Orte des Sakalava-Volksstamms besichtigen.

Gegen Sonnenbrand muss man sich unbedingt schützen. Eine lange Wanderung in der Sonne ist zu vermeiden. Trotz der starken Anwesenheit des Islam wird in der Stadt viel Bier getrunken. Es sei nur minimal alkoholisiert.

Als Alternative bietet sich eine Flussfahrt zu den großen Reiskammergebieten der Region Marovoay an. Man kann zu dem ehemaligen Handelszentrum Ambato Boeni fahren, wo sich die Spuren indo-arabischer Kultur nicht übersehen lassen. Was die Landschaften anbetrifft, hat die Umgebung von Mahajanga vieles anzubieten. Das „ Cirque Rouge“ ist ein interessantes geologisches Phänomen. Unter dem Effekt der Sonneneinstrahlung zeigt die dortige Lateriterde eine breite Palette an Farben, die von rosa bis braun variieren. Unterwegs kann man einen Stopp bei dem Heiligen See von Mangatsa machen. Außergewöhnlich große Karpfen und Aale leben in diesem See. Den Abenteuerlustigen kann die Grotte von Anjohibe Überraschungen offenbaren.

In der westlichen Region Madagaskars entfaltet sich im trockenen Lebensraum eine endemische Fauna und Flora. Der Nationalpark von Ankarafantsika ist das Gebiet des groessten Trockenwaldes Madagaskars. Am Ravelobe-See wird der Madagaskar Seeadler Haliaetus vociferoides gesichtet. Mit nur ca. 100 brütenden Paaren gehört diese Art zu den seltensten Seeadlern der Welt.