Nosy Be

Die tropische Perle

im Norden Madagaskars liegt in der Bucht von Ampasindava. Diese Bucht hat vor einigen Jahren ein wichtiges Indiz zur Diagnose der Herkunft der ersten Einwanderer Madagaskars offenbart. Es wurden archäologische Funde ausgegraben, die auf eine arabisch islamische Kultur hinweisen. So wurde die Ruine der Wand einer Moschee ausgegraben, die vom 10. Jahrhundert datiert ist.

In der Vergangenheit haben die einheimischen Herrscher der Insel ihre starke Zuneigung zu Frankreich deutlich gezeigt. Als die Königin Tsiomeko von Nosy Be Wind von den Eroberungsambitionen der Merina-Könige aus Antananarivo bekommen hatte, beeilte sie sich 1841 einen Protektoratsvertrag mit Frankreich abzuschließen. Admiral Hell, Gouverneur von Réunion, hatte den Vertrag im Auftrag der Grande Nation unterschrieben und damit die Eroberung verhindert.

Zwischen Dezember 1904 und März 1905 hielten sich 40 Schiffe der russischen Flotte auf Nosy Be auf. Mit 12000 Mann bereiteten sie sich auf den russisch-japanischen Krieg vor. Als der Krieg am 16.März ausbrach, wurden die Russen von den Japanern besiegt und flüchteten zurück nach Nosy Be. Einige russische Soldaten sind auf Nosy Be bestattet worden. Bei dem russischen Denkmal findet das Lied „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“ eine Erklärung. Der Verfasser dieses Liedes soll sich von diesem Ereignis inspiriert haben lassen. Allerdings sind die Matrosen an Typhus und nicht an Pest gestorben.

Das Renommee dieser charmanten tropischen Insel beruht auf den gastfreundlichen Einheimischen, den schönen Stränden, der üppigen grünen Vegetation und der herrlichen Unterwasserwelt. Lange Zeit schon gilt Nosy Be als eine Oase des Friedens. Lassen Sie sich von der Magie dieser paradiesischen Stätte der Ruhe einfangen, wo Natur, Ursprünglichkeit und Bequemlichkeit dominieren.

Nosy Be bedeutet „große Insel“. Mit einem Umfang von 75 km erstreckt sich diese große Insel auf einer Länge von 24 km und einer Breite von 18 km. Verglichen mit den umliegenden Inseln ist Nosy Be die Größte. Der 430m hohe Gipfel Passot ist der höchste Punkt der Insel, von dem aus man sich eines faszinierenden Blicks über die gesamte Insel sowie auf die heiligen Kraterseen und die umliegenden kleinen Inseln im mozambischen Kanal erfreuen kann. Einen Sonnenuntergang auf Passot zu erleben, ist ein einmaliges Highlight.

Nosy Be wird täglich mit einem Flug aus Antananarivo verbunden. Ansonsten kann man Nosy Be über Antsiranana, Réunion und Mailand erreichen. Der Landweg erweist sich als anstrengend, bietet allerdings abenteuerliche Erlebnisse. Angekommen in Ankify, nimmt man eine Fähre bis zum kleinen Hafen von Nosy Be.

Der Hafen liegt östlich der Stadt. Auf dem Weg zu den im Westen liegenden Stränden fährt man an Zuckerrohr- und Ylangylangplantagen vorbei. Die gelben Blüten dieser stark riechenden Bäume und die grünen langen Blätter des Zuckerrohrs stehen in einem attraktivem Kontrast. Der Name „duftende Insel“ ist auf den Duft der Ylangylangbäume zurückzuführen. Wegen des optimalen Klimas hatte die Kolonialmacht hat Anfang des 20.Jahrhunderts diesen aus den Philippinen stammenden Baum auf Nosy Be eingeführt. Die Destillation von Ylangylangblϋten zur Essenzgewinnung hat vor ca. 100 Jahren begonnen. Die beste Qualität der Ylang-Ylang- Essenz wird in der Parfümindustrie eingesetzt, die niedrigere Qualität in der Seifenindustrie verarbeitet. Mit der Zeit sind andere Pflanzen wie Kaffee, Pfeffer und Kakaobohnen in der Destillerieanlage von Nosy Be gelandet. Mit einer Durchschnittstemperatur von 26 Grad, Jahresniederschlägen bis 2000 mm und einer Trockenzeit von nur 3 bis 4 Monaten erfüllt Nosy Be die beste Voraussetzung für das Gedeihen tropischer Pflanzen.

In der Trockenzeit hat man fast jeden Tag einen klaren Himmel. Es ist die beste Zeit, um die schönen Strände von Nosy Be zu genießen. Unter den bekanntesten und populärsten Stränden in Nosy Be sind Ambatolaoka, Andilana und Madirokely zu erwähnen. Wollen Sie die Einsamkeit abseits der Zivilisation erleben, wartet auf Sie die einsame Koralleninsel „ Nosy Faly“. Der Sonnenuntergang auf Nosy Faly ist ein unbeschreiblicher Höhepunkt.

Unternehmungslustigen hat Nosy Be abwechslungsreiche Ausflüge und Aktivitäten anzubieten. Unter Inseltour versteht man auf Nosy Be den Ausflug zu den zwei bekannten Inseln Tanikely und Komba. Nosy Tanikely ist dafür bekannt, ein guter Schnorchel-und Tauchplatz zu sein, da man nicht weit ins Meer hinaus schwimmen muss, um die herrliche Unterwasserwelt zu genießen. Dank ihrer Artenvielfalt sind die Korallenriffe von Nosy Tanikely einer der schönsten Schnorchelplätze der Welt.

Nosy Komba liegt nicht weit von Tanikely entfernt und heißt auf Deutsch „Lemureninsel“. Die Insel war früher von dichtem Regenwald überzogen, in dem Lemuren lebten. Auf der Insel gibt es ein Privatreservat, wo man die Mohrenmakis aus der Nähe beobachten kann. Sie heißen Mohrenmakis, weil die Männchen im Gegensatz zu den hellbraunen Weibchen ein schwarzes Fell haben.

Die Naturliebhaber werden auf Nosy Be keine einzige Sekunde Langeweile verspüren. Mit einer Piroge oder einem Schnellboot kann man innerhalb von vierzig Minuten von der Anlegestelle Ambatozavavy das Naturschutzgebiet von Lokobe erreichen. Dieses Naturreservat ist der Lebensraum vieler endemischer Tierarten. Neben dem Mohrenmaki lebt der Gelbstreifenwieselmaki auf Lokobe. Endemische Reptilienarten wie die Madagassische Baumboa, Sanzinia madagascariensis, das Stummelschwanzchamäleon, Brookesia sp, das Pantherchamäleon, Furcifer pardalis und der Mantella-Frosch sind unter anderem zu erwähnen.