Toamasina

ist das salzig!

Toamasina liegt nordöstlich von Antananarivo. Die Ostregion Madagaskars ist durch ein warmes und feuchtes Klima gekennzeichnet. Das ganze Jahr über muss man mit Regen rechnen. Im Januar und Februar wird diese Region von Zyklonen heimgesucht. Die Stadt samt ihrer Infrastruktur hat fast jedes Jahr gegen Naturkatastrophen zu kämpfen.

Die Stadt Toamasina soll ihren Namen von König Radama I von Antananarivo erhalten haben, der, als er zum ersten Mal das Meer geschmeckt hatte, ausgerufen haben soll: “Toamasina!“ „ Ist das salzig! “. Die Kolonialmacht hatte diesen Namen in Tamatave geändert.

Der Osten Madagaskars ist das Gebiet des tropischen Regenwaldes. Dieser Wald ist seit 2007 von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt worden. Wegen der hohen Niederschlagsmenge ist das Klima für Gewürze und etliche tropische Obstsorten gut geeignet. Kaffee, Vanille, Pfeffer, Nelken, Litschis, etc.. bilden die Hauptprodukte der Landwirtschaft der Ostregion.

Hinsichtlich des Reliefs überwiegt das Flachland in der Region Toamasina, was für Rikschazieher optimal ist. Viele der einheimischen Betsimisaraka sind als Rikschazieher tätig. Außer den Betsimisaraka ist Toamasina von einer großen chinesischen Gemeinde besiedelt, die im Gegensatz zu den Indern gut integriert ist. Sie übernimmt eine leitende Funktion im wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt.

Toamasina wird von mehreren Flughäfen aus angeflogen. Ansonsten ist die Stadt mit dem Auto über die Nationalstraße 2 zu erreichen. Mit einem Boot kann man entlang des Kanals von Pangalane, der sich fast an der ganzen Ostküste Madagaskars erstreckt, über Mananjary, Ambila Lemaintso, Manambato, Akanin’ny Nofy ebenfalls nach Toamasina gelangen. Im Zentrum der Stadt, wo sich das Rathaus befindet, ist die Unabhängigkeitsavenue mit majestätischen Königspalmen angelegt. Die Bewohner der Hauptstadt verbringen gerne ihren Urlaub in dieser Stadt.

Toamasina ist neben einer Urlaubsstadt auch eine Hafenstadt. Viele Produkte vom Ausland, die nach Antananarivo transportiert werden müssen, werden hier im Hafen abgefertigt. Toamasina ist weiterhin ein Handelszentrum für lokale Produkte. Auf den zwei Märkten Bazary Kely und Bazary Be werden vielerlei Arten von landwirtschaftlichen Produkten verkauft. Die Gewürzabteilung des Marktes Bazary Kely ist besonders sehenswert.

Vor ihrem Sturz hatte die Regierung Ravalomanana vorgehabt, den Hafen von Toamasina zu modernisieren. Er sollte in Kontakt mit dem Hamburger Hafen ausgebaut werden, um größeren Schiffen die Einfahrt und damit die Beschleunigung der Warenabfertigung zu gewährleisten. Wegen der politischen Krise im Jahr 2009 sind viele Projekte hinsichtlich der Modernisierung dieses Hafens buchstäblich ins Wasser gefallen.

Die Einwohner von Toamasina sind darauf stolz, dass ihre Stadt einst das „Tor des Evangeliums“ war. Im Jahre 1818 waren die ersten protestantischen britischen Missionare in Toamasina gelandet. Der Spaß am Leben gewann jedoch immer mehr an Boden nach der anfänglichen Phase der Evangelisierung. Die Seeleute und Matrosen haben ihren entscheidenden Beitrag dazu geleistet. Das Nachtleben in Toamasina ist wegen vieler Kneipen, Diskotheken und Esslokalen sehr lebendig. Als Verkehrsmittel kam man entweder die Rikscha oder ein Taxi nehmen.

Toamasina ist für die Herstellung des lokalen Rums „Betsabetsa“ bekannt. In der Zuckerfabrik von Brickaville werden auch andere Rummarken produziert.

Nördlich von Toamasina liegt für die Naturliebhaber der Zoologische Garten von Ivoloina, eine Übergangsstation für kranke Tiere, die eingehender Behandlung bedürfen. Das zoologische Primatenzentrum Göttingen in Deutschland steht auf der Liste der Sponsoren dieses Projektes. Man kann einige für den Osten typische Lemurenarten wie den schwarzweißen Vari und Bambuslemuren kennen lernen.

Nördlich vom Ivoloina - Garten kann man die Festung Radama Manda besichtigen, die von König Radama I erbaut worden war, um die Anlandung ausländischer Flotten in dieser Gegend zu kontrollieren. Die Ruine dieses historischen Gebäudes bezeugt den Souveränitätsgeist der Monarchie des 19. Jahrhunderts.

Das Meer in Toamasina ist nicht nur schmutzig, sondern es kann auch eine Begegnung mit Haien überraschen. Wer schwimmen möchte, dem wird empfohlen, nach Foulpointe zu fahren, das 60 km nördlich von Toamasina liegt und einen schönen geschützten Strand hat.

Zum Windsurfen muss man nach Mahambo fahren, etwa 80 km von Toamasina entfernt, wo Meer und Wind zum Surfen optimal sind. Der Badeurlaubsort Vatomandry ist über den Kanal von Pangalane erreichbar. Vatomandry ist seit einigen Jahren auch ein privilegierter Urlaubsort der Einheimischen.